Pfarrei St. Margaretha Pettendorf

Pfarrei St. Margaretha Pettendorf • Klosterkirche Adlersberg • Filialkirche St. Peter und Paul Kneiting

Adlersberg - ehem. Klosterkirche

Ehemalige Klosterkirche Mariä Himmelfahrt

Patrozinium: Unserer Lieben Frau (15. August)

Die katholische Kirche unserer Lb. Frau, im Volksmund "Maria in der Verlassenheit" ist Teil einer ehemaligen Klosteranlage. Als Stifter des Klosters tritt in einer Urkunde von 1264 der Bayerische Herzog Ludwig II. der Strenge auf. Der Baubeginn war vermutlich um 1264, wo bereits das feststehende Marienpatrozinium genannt wird. Für die Gründung des Dominikanerinnenkloster um die Mitte des 13. Jh. sprechen die erhaltenen Bauformen, die stilistisch in die Anfangszeit der Gotik zu setzen sind. Die Nonnen kamen z.T. aus dem Regensburger Konvent Hl. Kreuz sowie aus Weißenburg in Bayern. Die Wittelsbacher förderten ihre Stiftung. Auch der Sohn des Stifters, Herzog Rudolf I., urkundete 1313 zu Gunsten des Konvents, ebenso sein Bruder Ludwig der Bayer (1313-47), der erste Wittelsbacher auf dem Kaiserthron, als größter Förderer.

Der Konvent stand unter der Oberaufsicht des Regensburger Dominikanerklosters St. Blasius, das hier auch die Seelsorge ausübte. Eine Weihe wird erst vom Jahre 1341 berichtet. Die Adlersberger Madonna und die gotischen Wandmalereien in der Kirche dürften um 1400 entstanden sein und aus dem künstlerischen Umfeld der Wittelsbacher stammen. Der Aufschwung des Klosters endete noch im 14. Jh. Die Klosteranlage fiel in das nach dem Landshuter Erbfolgekrieg 1505 neu geschaffene Fürstentum Pfalz-Neuburg.

Nach dem Übertritt des Landesherrn Pfalzgraf Ottheinrich zum Protestantismus wurde mit einer Verfügung vom 23. Juni 1542 das Kloster aufgehoben. Das ehemalige Kloster wurde in eine Pfalz-Neuburgische Hofmark umgewandelt. Das Füstentum war seit 1613 wieder katholisch. Nach mehreren Besitzwechseln (das Dominikanerinnenkloster Heiligkreuz in Regensburg versuchte u.a. vergeblich eine Wiederbesiedelung) erwarb das Zisterzienserstift Kaisheim mit Pielenhofen Kloster und Klosterhofmark zu Pettendorf für den Betrag von 18.000 Gulden.

Kirchenrechtlich ging das Kloster mit der Säkularisation 1803 unter. Die Klosterhofmark wurde erneut in private Hände verkauft, bis sie dann 1838 an die Familie der jetzigen Besitzer Prößl überging. Die Kirche war jedoch beim Verkauf nicht eingeschlossen, sie blieb in Staatsbesitz. 1818 - 1838 wurde über den Abriss verhandelt. Entscheidender Widerstand war von der Bevölkerung zu spüren. Bei einer kirchenrechtlichen Auseinandersetzung zwischen dem Finanzministerium und der Kirchenpflegschaft Pettendorf wurde die staatliche Baupflicht grundsätzlich anerkannt. Mit der Unterzeichnung eines Vertrages 1878 zwischen dem Finanzministerium und der Kirchenpflegschaft Pettendorf verpflichtete sich auch die Pfarrgemeinde, alle möglichen Hand- und Spanndienste zu erbringen.

Der nicht erfolgte Abriss erwies sich das als einzig richtige Entscheidung, als zu Beginn des 20. Jh. die bedeutenden gotischen Wandmalereien freigelegt wurden.

Die letzte Renovierung erfolgte zu Beginn des 21. Jahrhunderts. 2004 konnte die umfassende Renovierung abgeschlossen und eine neue Orgel geweiht werden.

2007 wurde endlich der lang gehegte Wunsch realisiert, eine Sakristei an die Kirche anzubauen. Bereits 1988 kamen Volksaltar und Ambo - als Spende der Familie Prössl - in die Kirche. 2009 stiftete Herr Prössl sen. den darauf abgestimmten neuen Taufstein.

Die ehemalige Klosterkirche befindet sich im Eigerntum der Kirchenstiftung Adlersberg und wird verwaltet von der Kirchenverwaltung Pettendorf. Die subsidiäre Baulast trägt der Freistaat Bayern.